Schriftliches Abi und jetzt?

Donnerstag, 28. April 2016: Meine letzte Abiklausur geschafft. Endlich. Nach einem Mädelswochenende, um den Stress erstmal abzubauen und ausgiebig zu feiern, stehe ich an einem Freitagmorgen vor einem Berg freier Zeit. Huch, da ist ja doch mehr Zeit als ich gedacht hätte bis zu meiner mündlichen Prüfung. Da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Zeit effizient nutzen wollen, habe ich ein paar Dinge sofort begonnen:

Bücher lesen. Erst jetzt wurde mir nämlich bewusst, wie wenig ich doch zu Schulzeiten immer gelesen habe und das Lesen eine Beschäftigung ist, die ich schon immer mit Freude getan habe. Also ging es ab mit dem Buch in die Sonne und das wunderschöne sommerliche Wetter wurde erstmal genossen. Entspannen. Dösen.

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Freunde treffen. Es geht nichts über einen sommerlichen Grillabend im Park, mit verkohlten Würstchen und netten Gesprächen. Endlich bekommt man auch die Freunde mal wieder zu Gesicht, denen man im Abilernstress immer absagen musste.

Ordentlich auszumisten. Schminke, Klamotten, Bücher. Einfach alles. Ich kann Euch sagen: Es ist unglaublich befreiend. Verschenken um Anderen eine Freude zu machen und den Rest spenden. Es folgt: Platz, Leere, Befreiung. Sollte jeder mal probieren.

Um den Körper kümmern. Meint bei mir endlich wieder zu meinem heiß geliebten Sport gehen. Als ich an einem Mittwoch Abend doch tatsächlich nach bestimmt drei Monaten wieder kam und in vertraute Gesichter guckte, sagte ich nur entschuldigend: „Sorry, ich musste Abi machen“ und bekam sofort großes Mitgefühl. Eine Stunde später ließ ich mich durchgepowert in mein Bett fallen und was soll ich sagen? Der Muskelkater lässt grüßen.

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Arbeiten. Ja, so viel freie Zeit lässt sich super zum Geld verdienen nutzen. Viele meiner Freunde machen jetzt Apothekendienst, fahren Pizza durch die Gegend oder arbeiten Teilzeit in Geschäften. Ihre Tage sind je nachdem ziemlich voll. Zeit für viele andere Dinge bleibt da nicht mehr. Dafür verdienen sie Geld, haben einen geregelten Tagesablauf und meist auch nette Kollegen um sich. Arbeiten ist super, ich persönlich habe für mich jedoch entschieden mich erstmal auf die Dinge zu konzentrieren die ich liebe und all die Sachen zu machen auf die ich nun seit gut zwei Monaten verzichtet habe. Für mein Abi. Ich treffe mich wieder viel mit Freunden, ich gehe zum Sport, ich fahre endlich mal wieder mehr mit dem Auto und habe Zeit um mal wieder meine Oma zu besuchen, die mich lange Zeit nicht gesehen hat. Die Tage sind damit ziemlich gut gefüllt. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden.

Informieren/Zukunft planen. Solch ich ehrlich sein? An diesem Freitagmorgen, als mich die viele Zeit überrannt hat, habe ich Panik bekommen. Scheiße. Was will ich denn jetzt beruflich machen? Was will ich studieren? Will ich überhaupt studieren? Und wenn wo? Und wenn wann? Und was ist nochmal mit dem ersehnten Auslandsaufenthalt? Tausend. Fragen. Meine Reaktion war eine mehrstündige Recherche, die mich nur noch mehr überforderte und dann irgendwann merkte ich: Es ist okay. Es ist okay jetzt noch keinen strikt ausgeklügelten Plan vor Augen zu haben. Es ist nicht so, dass ich keine Pläne habe. In meinem Kopf schwirren so viele Ideen, die ich mir für die nächste Zeit vorstellen könnte. Aber sie sind nicht konkret und wenn ich dieses Wirrwarr anspreche, denkt sich mein Gegenüber: Okay, sie hat keinen Plan. Dabei habe ich einen. Ich möchte ihn nur vielleicht noch nicht aussprechen.

Work hard in silence, let your success be your noise

-Frank Ocean

Es lässt sich so viel machen. Jeder ist anders und jeder hat andere Prioritäten. Ich denke mir: Macht das, worauf ihr Lust habt. Wir haben schon lange genug unsere Wünsche vernachlässigt, eine kleine Pause vorm Endspurt haben wir uns mehr als verdient.

 

 

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