Ich werde nie mehr so frei sein, Part II

…Ich tat es. Ich betrat diesen Flieger. Am 14. Januar 2017 stand ich am Hamburger Flughafen, meinen türkisfarbenen Backpack aufgesattelt. Einige Minuten später hielt ich drei Flugtickets in den Händen. Drei Flugtickets, deren Haptik mir siegessicher bestätigten: Ich tat das hier wirklich. Ich flog nach Südafrika, verließ Deutschland. Ich würde meinem alten Leben für die nächsten drei Monate den Rücken zukehren. Alleine. Ohne Eltern. Ohne Freunde. Aber mit einer Organisation die mir hoffentlich freundliche Menschen bescheren würde. Soweit der Plan. Und was danach war? Ehrliche Antwort: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Ahnung.

IMG_0562Foto:  ©Merle S.

Ich stieg in dieses Flugzeug.

Hamburg- München- Johannesburg- Hoedspruit 

Hoedspruit- Johannesburg- Cape Town

Cape Town- Johannesburg- München- Hamburg

Wie sich herausstellte, waren meine Sorgen unbegründet, denn ich kam siegessicher, mit einigen Plänen und neuen Freundschaften im Gepäck, zurück.

Plan A.

Plan B.

Plan C.

Und somit hatte ich Südafrika ziemlich viel zu verdanken. Das Land, die Menschen und die Kultur haben mir die schönsten Wintermonate beschert, die ich jemals hatte. Es ist schon etwas dran, wenn Afrikaliebende behaupten, dass die permante Sonne, Hitze und Freundlichkeit einzigartig sind und viel mit dir machen. Mir erging es ganz genau so und nach drei Monaten, in denen die Sonne jeden Tag an meiner Seite stand, kann ich sagen: Ich bin überzeugt. Dieser Kontinent hat mein Herz erobert.

Ich werde wiederkommen, so viel ist klar. Namibia oder Kenia? Tansania? Ghana? Am liebsten alles in einem und erstmal nicht mehr zurück. Und dann richtig. Noch mehr mit anpacken, noch mehr verändern, helfen, heilen. Ich kam aus Südafrika zurück als ein anderer Mensch und was ich gerlent habe? Tatendrang, träumen, Ziele formen und verfolgen und niemals aufgeben und die Freiheit nutzen, nicht verschwenden.

IMG_6427Foto: ©Merle S.

Ich werde nie wieder so frei sein, das bestätigte sich auf dieser Reise. Ich war frei, rastlos und endlich wieder exessiv am leben. Nicht verliebt, nicht gedanktlich in Hamburg, sondern mit Körper und Geist volkommen anwesend. Ich verliebte mich in das Gefühl, mit meinem Backpack auf dem Rücken, in Wanderschuhen durch die Hitze zu laufen. Daran, alleine und doch nicht einsam zu sein. Mit tollen Menschen an meiner Seite, mit denen man sich durch gleiche Probleme verbundener fühlt. Und doch bin ich etwas entspannter geworden. Die Zukunftsängste klopfen nicht mehr jeden Tag an meine Tür und wenn sie es tun, dann offenbare ich meine Pläne

Plan A.

Plan B.

Plan C.

mit dem Wissen im Hinterkopf, das ich alles zu jedem Zeitpunkt wieder über den Haufen werfen kann. Ich darf meine Meinung ändern, meinen Wohnort ändern und dort hingehen, wo es mir gefällt. Und wenn es mir nich mehr gefällt, dann ändere ich meine Pläne wieder. Das Leben ist so lang und mit einer ersten Entscheidung beinflusse ich nicht mein gesamtes Leben, ich lege die Weichen. Das ist nur eine der wenigen Lektionen, die Afrika mich gelehrt hat. Fortsetzung folgt…

We travel because we need to, because distance and difference are the secret tonic to creativity. When we get home, home is still the same, but something in our minds has changed, and that changes everything.

– Unbekannt

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